Sage: "Der Schimmelsprung"

Gespeichert von admin am Do., 07.04.2022 - 10:43

Nahe Thunau bei Gars, nur wenig mehr als eine Viertelstunde den Kamp abwärts, erregt am rechten Kampufer ein kühn vorspringender Fels unsere Aufmerksamkeit. Vom Strauchwerk umrankte Mauerreste einer alten Ruine krönen seinen Scheitel. Einst stand die Burg gar stolz und fest auf dieser einsamen Bergeshöhe, zu der das Rauschen des vorbeifließenden Flusses nur zum Teil hinauf dringt. Hier lebte einst Ritter Wolfram im Einklang mit der Natur. Da nahten die Schweden. Schon brannten im Tale die Hütten der Dörfer. Nun kamen die Feinde auch zu Wolframs Burg und forderten die Übergabe und Unterwerfung. Aber ohne Gegenwehr sollten sie nicht Herren der Feste werden. Der Ritter und seine Getreuen verteidigten sie aufs Tapferste und beschlossen, lieber den Tod zu wählen als sich zu ergeben.

Ihr trauriges Schicksal konnte jedoch durch solchen Heldenmut nicht abgewehrt werden. Die der Besatzung an Zahl weit überlegenen Schweden stürmten. Ein Entkommen war nicht möglich. Gnade zu erflehen ertrug der Stolz Wolframs nicht. Kurz entschlossen schwang er sich auf sein Leibross, einen prächtigen Schimmel. Er verband ihm die Augen, ermutigte das Tier durch einige Liebkosungen und sprengte gegen die Brüstung. Hoch bäumte sich das mutige Tier auf, sprang über die Mauer und sank mit seinem kühnen Reitersmann in die schauerliche Tiefe. Entsetzt sahen die Feinde Ross und Reiter am Felsengrunde zerschmettern. Von dieser Stunde an heißt der Felsen „Schimmelsprung“.

Da die Schweden erst um1650 unsere Heimat verwüsteten und die Burg bereits im 14 Jhd. dem Verfall preisgegeben wurde, muss die Wurzel dieser bekannten Sage in einer anderen Belagerung liegen.
Im Rahmen der Fernsehsendung “ Mystische Plätze” wurde die Sage von einem Fernsehteam aufgezeichnet und 1997 gesendet.

Typ
Story
Von
1200
Abbildung(en)
Zeichnung: Ruddolf Winglhofer sen.

Ruine Schimmelsprung bei Thunau

Gespeichert von admin am Do., 07.04.2022 - 10:28

Erreichbar auf dem selben Wege wie die Ausgrabungen auf der Schanze. Erbaut um 1200, Ministerialgeschlecht „von Thumbenowe“. 1390 mit Gars vereinigt und dem Verfall preisgegeben. Am bekanntestens ist die Sage, dass während einer Belagerung der Burgherr, um der Gefangennahme zu entgehen, auf seinem Schimmel in den Kamp hinuntersprang. Erhalten sind umfangreiche Mauerreste des Zwingers, Berchfrits und drei Gräben. Die gepflegte Anlage mit dem Blick ins Kamptal zählt zu den schönsten Aussichtspunkten im Raume Gars.

Typ
Ort
Von
1200
Abbildung(en)
Mauerreste der Befestigungsanlage des Schimmelsprungs
Medien
Ruine Schimmelsprung (2/2)

Leopold II.

Gespeichert von admin am Mo., 21.02.2022 - 14:27

Markgraf Leopold II. kam 1075 an die Regierung. Als er sich im Investiturstreit auf die Seite des Papstes schlug und 1081 mit dem Landadel sogar dem Kaiser Heirich IV. den Gehorsam aufkündigite, übertrug dieser die Mark dem böhmischen Herzog/König Vratislav. Leopold unterlag am 12. Mai 1082 bei der Schlacht bei Mailberg Herzog Vratislav, blieb aber weiter-hin Markgraf. Zur Sicherung der nördlichen Grenze gegen Böhmen verlegte er seinen Haupt-sitz für einige Jahre nach Gars und began die Burg großzügig als Pfalz ausbauen, die damals bereits in etwa ihre heutige Ausdehnung erreichte. 1084 unterwarf sich Leopold König Heinrch IV. und wurde von diesem in seinem Markgrafenamt bestätigt.

Typ
Person
Von
1050
Bis
1095
Abbildung(en)
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Platzkonzert um 1914

Gespeichert von admin am Mi., 16.02.2022 - 18:51

Mit der Errichtung der Kamptalbahn 1889 war Gars eine leicht erreichbare Sommerfrische geworden. Damit erfolgte auch ein Ausbau der Infrastruktur: Flussbad mit Badhaus, Tennisplätze, schattige Alleen und Promenaden, Bau von Gaststätten und Hotels etc. Zu den Pionieren der „Sommerfrische“ zählten Franz und Sofie von Suppè, die hier ihr Landhaus mit einer großen Gartenanlage errichteten oder Ignaz Rainharter, der oberhalb der Kremser Straße eine schlossartige Villa errichten ließ. Der wichtigste Architekt dieser Zeit war der Wiener Stadtbaumeister Adolf Micheroli, der in der heutigen Julius-Kiennast-Straße selbst eine Sommerhaus hatte. Zur Unterhaltung der Gäste gab es zahlreiche Veranstaltungen: Sommertheater, ein erstes Kino im Vorgängerbau des „Hotel Kamptalhof“, dem Gasthaus Bruckmüller („Bio-Theater“). Die Theaterkompanie Löwinger spielte regelmäßig im „Goldenen Stern“ in der Kollergasse. Zur musikalischen Unterhaltung zählten neben Konzerten im Park (Musikpavillon aus dem Jahr 1908) die großen Platzkonzerte auf dem Garser Hauptplatz, bei der neben Militärmusik auch eine Garser Musikkapelle spielte.

Typ
Ereignis
Von
1914
Abbildung(en)
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Schloss Gars um 1800

Gespeichert von admin am Mi., 16.02.2022 - 18:48

Diese Darstellung von Franz Jaschke „Das Schloß Gars am Kampfluss“ (Topographische Sammlung des NÖ Landesbibliothek) zeigt die Anlage des Schlossgebäudes zwischen der Gertrudskirche und dem romanischen Nordturm aus der Zeit der Babenberger. Daneben befindet sich rechts ein Wohngebäude aus dem 16. Jahrhundert. Der umfassendste Ausbau der Burg erfolgte ab 1570 unter Georg Teufel, dem 1564 der Titel eines „Geheimen Rat und Hofkriegsratpräsidenten“ verliehen worden war. Damals entstand der mehrstöckige, schlossartige Trakt an der Nordostseite der Burganlage, die noch heute den Schlossberg dominiert. Unterhalb der Burg ist bereits die Häusergruppe entlang der Taborgasse zu sehen. Am rechten Ufer sind lange Stoffbahnen zum Bleichen ausgelegt. Am gegenüberliegenden Ufer (heutiger Wörth – Freizeitanlage) einige Wäscherinnen. Wenige Jahre später zeigt eine Ansicht von Anton Köpp von Felsenthal (zwischen 1814/24) bereits eine Ruine (abgedecktes Dach des Renaissanceschlosses, Südturm zur Gertrudskirche steht nur noch zur Hälfte). Die großformatige Umrissradierung wird von einem Baum umrahmt. Am östlichen Kampufer sind auch vier Rinder abgebildet.

Typ
Ort
Von
1800
Abbildung(en)
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Immaculata (Zitternberg)

Gespeichert von admin am Mi., 16.02.2022 - 18:40

Diese Säule, am ehemaligen Kirchensteig in der Nähe des Zitternberger Wasserbehälters wurde laut der Inschrift am Sockel im Jahre 1721 gesetzt. Die Inschrift, die bei den Restaurie-rungsarbeiten 2020/21 wieder freigelegt wurde lautet: Johan Georg Lener, Burger und Pöck in den löblichen Marckt Garsch, Elisabeth, seine Hausfrau, haben diese Seiln setzen lassen in Jahr 1721.

Die Säule wurde aufgrund ihres problematischen Zustandes in den letzten Jahrzehnten mehr-mals restauriert: Frau Eugenia Aigner ließ in den 1950er Jahren die Säule renovieren und auch wieder ein Blechdach darauf setzen. Bei einem Sturm fiel die Säule um, zerbrach und wurde 1962 verkürzt wieder zusammengesetzt. Bei einer späteren Restaurierung im Jahr 1993 wurde wieder ein Säulenschaft in der ursprünglichen Höhe errichtet. Nach kaum drei Jahrzehnten wurde durch massive Sprünge in der Figur eine neuerliche Restaurierung notwendig. 2021 konnte die Immaculatasäule zum 300. Jubiläum ihrer Errichtung neu gesegnet werden.

Typ
Objekt
Von
1721
Abbildung(en)
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Badefreuden um 1930

Gespeichert von admin am Mi., 16.02.2022 - 18:38

Neben der schönen landschaftlichen Lage mit dem Burgberg und dem malerischen Markt Gars war der Kamp der Mittelpunkt der Sommerfrische. Der Fluss, der noch nicht durch Stauseen abgekühlt war, hatte oft Wassertemperaturen bis zu 27 Grad. Durch die Mühlwehren hatte der Fluss auch ideale Tiefen zu Baden und Schwimmen. Zahlreiche Villen entstanden an seinem Ufer. Für die Öffentlichkeit wurde entlang der heutigen Suppè-Promenade eine Badeanstalt errichtet, die immer wieder ausgebaut wurde und schließlich das größte Freibad im Kamptal mit den erhaltenen „Kabanen“ darstellte. An das Garser Bad anschließend, das um das Jahr 2000 durch das heutige Reha-Gebäude ersetzt wurde, erstreckt sich der Kurpark, der vom Wiener Gartenarchitekten Josef Oskar Molnar gestaltet und 1908 zum 60. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs eröffnet wurde (Kaisereiche mit Gedenktafel).

Typ
Ereignis
Von
1930
Abbildung(en)
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Südtor der Höhensiedlung

Gespeichert von admin am Mi., 16.02.2022 - 18:34

Die slawische Höhensiedlung stellt zusammen mit der Talsiedlung in der hinteren Thunau einen bedeutsame archäologischen Forschungsschwerpunkt dar. Ab 1965 fanden hier Grabungen unter Herwig Friesinger, Anton Kern, Erik Szameit und zuletzt unter Martin Obenaus statt. Ab dem neunten Jahrhundert wird auf der „Schanze“ bzw. „Holzwiese“ das bereits in der Bronzezeit genutzte Gelände durch eine imposante Wallanlage mit dem hier dargestellten Südtor und dem sogenannten Herrenhof mit Gräberfeld errichtet. Die Siedlung stellte so einen „Verkehrsknotenpunkt“ zwischen dem karolingischen Donautal und dem „Großmährischen Reich“ in Böhmen und Mähren dar.

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Ort
Von
850
Abbildung(en)
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